Diese Vereinfachung für den Benutzer verwirklicht
die Softwarelösung einerseits durch konsequente Nutzung von Standardschnittstellen
und andererseits durch Auslagerung der gerätespezifischen Eigenschaften
in getrennte Softwaremodule, in Treiber. Nach oben, also zur Visualisierung,
Überwachung und Dokumentation der erfassten Prozessdaten nutzt SPCprocessLink
das Q-DAS® Datentransferformat als Standard: nicht nur die Messwerte mit
Zusatzdaten können erfasst werden (in DFX Dateien), sondern auch die entsprechenden
Teile- und Merkmalsdaten werden in DFD Dateien gespeichert. Nach unten,
also zum Prozess, nutzt SPCprocessLink ebenfalls führende Standards, u.a.
OPC, DCOM, TCP/IP, RS232, Ethernet. Der OPC Standard (Object Linking and
Embedding for Process Control) bietet Plug & Play Funktionalität für eine
sehr große Anzahl von Geräten aus der Automatisierungswelt, wie z.B. für
die bei uns in vielen Maschinen vorhandene Steuerung S7 von SIEMENS. Deshalb
sind keine Treiber als Schnittstelle zu den Produktionsanlagen neu zu programmieren,
da sie in Form von OPC Server bereits vorhanden sind. Nur noch die Adressen
für den Verbindungsaufbau sind einzutragen. Diese Konfiguration kann bei
bestehenden Anlagen vom Kunden durchgeführt werden oder bei neuen Maschinen
bereits vom Maschinenhersteller. Dann kann nach der Montage der neuen Anlage
in der Werkshalle die vom Maschinenhersteller mitgelieferte Diskette mit
dem “Treiber“ (Konfigurationsdaten) zur einfachen Softwareanbindung per
Plug & Play genutzt werden.
Oft werden Prozessdaten von Anlagen benötigt,
die nicht fest verkabelt sind, z.B. für die schnelle Fehlersuche bei schwierigen
Prozessen. Dann kann eine mobile Prozessdatenerfassung genutzt werden, die
aus einem Notebook und dem passenden Adapterkabel zur SPS besteht (s. Bild
1). Da die Kommunikation über die Buchse der Programmierschnittstelle möglich
ist, die an jeder Steuerung für Wartungszwecke bereits vorhanden ist, werden
keine zusätzliche Kommunikationsbaugruppen benötigt.
Bei größeren Projekten, mit hunderten von
Prozessvariablen, können Softwaretools herangezogen werden um die Bereitstellung
der Konfiguration auf wenige Mausklicks zu reduzieren. Da die Namen (Symbole)
der Prozessvariablen in der SPS mit Adressinformationen bereits in den Projektdateien
der SPS abgelegt sind, können diese Informationen direkt in die Einstellungen
der OPC Schnittstelle eingelesen werden. Zeitaufwendiges Tippen entfällt
und Tippfehler können sich nicht einschleichen. Auch die Informationen über
Datentypen (z.B. Byte, Word, Real, String) der Prozessvariablen werden automatisch
übernommen. In Bild 2 wird gezeigt wie die Konfigurationsdaten der Prozessvariablen
einer SIEMENS S7 Steuerung aus den Dateien des Step7 Projekts (SPS Programmierung)
übernommen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass alle notwendigen Variablen
berücksichtigt werden und gültige Werte beinhalten. Mehrere gleiche Maschinen
im gemeinsamen Netzwerk unterscheiden sich nur noch durch unterschiedliche
Adressen, die bei der Inbetriebnahme vergeben werden. Je nach Art des Netzwerks
sind das z.B. die Profibus- MPI- oder bei Ethernet die IP-Adressen. Weil
die Datenerfassung mit SPCprocessLink modular aufgebaut ist und die Anzahl
der Messpunkte nicht eingeschränkt ist können gleichzeitig verschiedene
Gerätetypen angeschlossen werden. Messwerte für Merkmale eines Teils können
so z.B. teilweise aus Steuerungen von SIEMENS, Allen-Bradley, Mitsubishi,
aus seriellen Datenquellen oder aus Dateien stammen. Falls Prozessdaten
aus Anlagen erfasst werden sollen die keine standardisierte Schnittstelle
aufweisen, können spezielle Treiber z.B. in Form von OPC Server entwickelt
werden. So werden die Daten sehr früh in ein Standardformat überführt und
profitieren von einer standardisierten Weiterverarbeitung. Der zusätzliche
Aufwand beim Kunden für die Schulung und Wartung einer Sonderlösung entfällt.